Am 7. März 2018 fand der 1. Fachtag Kinderschutz Duisburg statt. Das wissenschaftlich interdisziplinäre Programm sollte Fachleute aus verschiedensten Bereichen wie der Kinder-und Jugendhilfe, des Gesundheits- und Bildungswesens, der Justiz und der Polizei und der Politik zusammenbringen und informieren.

Im voll besetzten Saal des Abteizentrums an der Helios St. Johannes Klinik Duisburg fand am 7. März 2018 vor 150 geladenen Teilnehmern die 1. Fachtagung Kinderschutz Duisburg statt. Eine Veranstaltung, die in Kooperation mit der Kinder- und Jugendklinik des Helios Klinikums und RISKID e.V. geplant und durchgeführt wurde.
Es trafen sich zahlreiche Fachleute aus den verschiedensten Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe, des Gesundheit- und Bildungswesens, der Justiz- und Polizeibehörden, sowie Vertreter aus der Politik. Die jeweiligen Fachthemen, von ihren erfahrenen Referenten praxisnah vorgestellt, lieferten die Grundlage für angeregte Diskussionen unter der souveränen Moderation von Chefarzt Dr. Peter Seiffert.

 

Referenten und Fachthemen:

Dr. Kay Großer, Chefarzt der Kinderchirurgie am Helios Klinikum Erfurth:
Erfahrungen beim Aufbau der Kinderschutzambulanz für Mittel-Thüringen

Dr. Ralf Kownatzki, Kinder- und Jugendarzt, Vorsitzender RISKID e.V.
Aktuelles zum ärztlichen Informationssystem RISKID

Dr. Carolin Pohl, Oberärztin der Kinder- und Jugendklinik, Helios Klinikum Duisburg
Aktuelle Fallvorstellung Kinderschutzgruppe Duisburg

Hinrich Köpcke, Leiter des Jugendamtes der Stadt Duisburg
Wir brauchen uns! Kooperation zwischen Jugendhilfe und Gesundheitswesen im Kinderschutz

Dr. Ekkehart Englert, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Helios Klinikum Erfurth.
Was wird aus ihnen? Auswirkungen von Misshandlungen auf die Lebensläufe von Kindern

Frau Prof. Dr. Kathinka Beckmann, Hochschule Koblenz.
Zu strukturellen Dimensionen des Kinderschutzes

 

Gerd-Unterberg-Preisverleihung

Im Rahmen der Veranstaltung wurde Frau Prof. Dr. Beckmann von der Hochschule Koblenz, von RISKID für ihr unermüdliches Eintreten für einen praxisnahen, effektiven  Kinderschutz mit dem diesjährigen Gerd Unterberg Preis ausgezeichnet.

Von links nach rechts: Claudia Jacoby (RISKID Vorstand), Dr. Carolin Pohl (Helios Klinikum Duisburg), Dr. Ekkehart Englert (Helios Klinikum Erfurth), Dr. Elke Reutershahn (Helios Klinikum Duisburg), Dr. Kai Großer (Helios Klinikum Erfurth), Prof. Dr. Kathinka Beckmann (Preisträgerin), Michael Reichelt (RISKID Vorstand), Hinrich Köpcke, (Jugendamt Stadt Duisburg), Cord Neubersch (RISKID Vorstand), Dr. Peter Seiffert (Helios Klinikum Duisburg), Heinz Sprenger (RISKID Vorstand), Dr. Ralf Kownatzki (RISKID Vorstand)

 

Laudator Heinz Sprenger führte dazu aus:
„Sie, sehr geehrte Frau Dr. Beckmann, stehen heute im Mittelpunkt unserer Veranstaltung, weil Sie mit dem Gerd Unterberg Preis geehrt werden sollen.

Ich persönlich durfte sie vor etlichen Jahren kennen lernen, nachdem Sie mit Gleichgesinnten den Verein Jede Woche 3 gegründet hatten und in diesem Zusammenhang auch zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt haben. Eine diese Veranstaltungen, an der ich auch teilnehmen durfte, war mit der Überschrift versehen: verlorene Aspekte des Kinderschutzes.

Mit Ihnen, sehr geehrte Frau Dr. Beckmann, ehren wir eine Person, die sich über zig Jahre für einen aktiven Kinderschutz eingesetzt hat und für die das Wort Kinderschutz nicht nur eine Worthülse ist. Verfolgt man ihren Werdegang, so ist festzustellen, dass Sie einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung des Kinderschutzes geleistet haben.

Was sie meiner Ansicht nach auch besonders auszeichnet ist die Tatsache, dass sie den Spagat geschafft haben zwischen Theorie und Praxis. Damit meine ich vor allen Dingen, dass in ihrem Fokus auch die standen, die sich in unserer Gesellschaft für den Kinderschutz verantwortlich zeigen und denen man oft, wie ich meine zu Unrecht, Untätigkeit oder auf der anderen Seite Aktionismus vorwirft. Dass die Wahrheit bekanntlich irgendwo dazwischen liegt, haben Sie durch zahlreiche Forschungsprojekte und Publikationen deutlich gemacht. Zuletzt noch mit der ganz aktuellen Studie zur Situation der Jugendämter in Deutschland.

Ich freue mich sehr, dass Sie, sehr geehrte Frau Dr. Beckmann, den Gerd Unterberg Preis erhalten. Mit ihnen wird jemand ausgezeichnet, den man als besonders verlässlich und glaubwürdig im Sinne des Kinderschutzes bezeichnen kann. Sie heben sich wohltuend von denen ab, die das Thema Kinderschutz nur temporär alle paar Jahre und vor allen Dingen immer dann hochkochen, wenn mal wieder etwas Schreckliches in der Zeitung steht. Dabei wird zu oft vergessen, dass Kindesmisshandlungen in der Regel chronisch verlaufen und betroffene Kinder über längere Zeiträume ihren Peinigern ausgesetzt sind.
Ich bin mir ganz sicher, dass der Namengeber dieses Preises, der 2006 viel zu früh verstorbene Staatsanwalt Gerd Unterberg, Sie für eine würdige Preisträgerin gehalten hätte.“

 

Wir wünschen uns, dass diese erfolgreiche 1. Fachtagung Kinderschutz Duisburg zu einem zukünftig besseren Kinderschutz beitragen konnte und danken allen die vor und hinter den Kulissen zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.

 

Bildimpressionen der Veranstaltung:

Veranstalter und Moderator: Chefarzt Dr. Peter Seiffert

Laudatio und Gerd-Unterberg-Preisverleihung durch RISKID: an Frau Prof. Dr. Kathinka Beckmann (Bildmitte) links Dr. Ralf Kownatzki, rechts: Heinz Sprenger

Die Referenten

Dr. Kai Großer, Chefarzt der Kinderchirurgie am Helios Klinikum Erfurth

Dr. Ralf Kownatzki, Vorsitzender von RISKID e.V.

Heinz Sprenger 2. Vorsitzender von RISKID e.V.

Prof. Dr. Kathinka Beckmann, Hochschule Koblenz

Dr. Carolin Pohl, Oberärztin, Helios Klinikum Duisburg

Hinrich Köpcke, Leiter Jugendamt Stadt Duisburg

Dr. Ekkehart Englert, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Helios Klinikum Erfurth

Gruppenfoto unserer Referenten:
Von links nach rechts: Dr. Carolin Pohl, Dr. Ekkehart Englert, Dr. Kai Großer, Prof. Dr. Kathinka Beckmann, Hinrich Köpcke

Von der Politik: Bärbel Bas MdB (SPD) neben Heinz Sprenger und Dr. Ekkehart Englert

Im Gespräch: Prof. Dr. Kathinka Beckmann, Dr. Elke Bartels Polizeipräsidentin Duisburg, Hinrich Köpcke, Leiter des Jugendamtes Duisburg

Als Vertreter des BVKJ, Dr. Markus Schäfer, Obmann der Duisburger Kinder- und Jugendärzte

Aus Bayern angereist Frau Gabriele Schmidthals-Pluta,Verein SICHERES LEBEN e.V., (Bildmitte)

Am 3. März 2018 fand im Dortmunder Kongresszentrum die 4. Ruhrgebietskonferenz zur Kinder- und Jugendgesundheit statt. In dem Fachforum 1 ging es um das Thema Kindeswohl- und Kinderschutz.

Am 3. März 2018 fand im Dortmunder Kongresszentrum die 4. Ruhrgebietskonferenz zur Kinder- und Jugendgesundheit statt. In dem Fachforum 1 ging es um das Thema Kindeswohl- und Kinderschutz. Hierbei hatte ich als ehemaliger Leiter der Mordkommission Duisburg und Vorstandsmitglied von RISKID Gelegenheit, meine Vorstellungen zum Kinderschutz und Probleme in der Kooperation mit anderen Institutionen darzustellen.
Zur Darstellung gehörte, dass bundesweit noch immer bis zu drei Kinder pro Woche durch Gewalt getötet werden. Eine Statistik, die von allen involvierten Professionen als inakzeptabel bezeichnet werden muss. Nach meiner Auffassung besteht dringend die Notwendigkeit, dass der interdisziplinäre Kinderschutz verbessert wird. Hierbei müssen die Hemmnisse zum Informationsaustausch abgebaut werden. Einem übertriebenen Datenschutz, der mehr die Rechte der Täter als die der Opfer sieht, muss entgegengewirkt werden. Ein wichtiger Baustein in dem System stellt die Initiative RISKID dar, die ich vorstellen durfte.
Insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung, die unter der Federführung von MedEcon Ruhr durchgeführt wurde.

Heinz Sprenger


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